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Eröffnungsrede zur Ausstellung Blickwechsel

in der Rathausgalerie Balingen 13.11.2025

Heidrun Bucher-Schlichtenberger M.A.

Auf die Frage: Was ist Kunst? Gibt es unendlich viele Antworten. Anders als bei Begriffen, wie zum Beispiel „Dreieck“ oder „Pflanze“ gibt es bei der Kunst keine allgemein gültige Definition.

Für die alten Griechen wie Platon bestand Kunst in der Nachahmung der Wirklichkeit, für die Romantiker war sie Ausdruck von Gefühl, für Kant und die Aufklärer war sie zweckfrei, interesselos aber schön, für die Modere stand das Experiment und die Provokation im Fokus und für die Gegenwart kann sie alles sein – auch eine Idee oder ein digitales Werk.

Und genau diese Unbestimmtheit, diese Beliebigkeit macht eine Antwort auf die Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg“ so schwierig. Ich persönlich teile nicht das Beuys Statement „jeder Mensch ist ein Künstler“, oder dass alles Kunst sein kann, sondern priorisiere das Kriterium der Identität und Authentizität zur Beurteilung von Kunst.

Kunst ist nicht nur, aber auch, das Produkt von handwerklicher Fertigkeit, (Kunst kommt von Können) vor allem aber Ausdruck von Persönlichkeit, Originalität, schöpferischer Freiheit und all das vorgetragen in einer unverkennbaren charakteristischen Handschrift.

Thomas Heger verfügt über alle diese Kriterien und daher freue ich mich sehr, dass wir heute und für die nächsten Wochen seine Werke hier in der Rathausgalerie präsent haben. Zudem gibt es wenige Ausstellungen, die so hervorragend in die nicht ganz unproblematischen Räumlichkeiten passen wie diese.

Was aber nun macht die Kunst von Thomas Heger zu etwas ganz Besonderem, zu etwas unverkennbar Charakteristischem? Sodass jeder, der sich mit seiner Kunst befasst hat, bei Vorlage einer Vielzahl von Arbeiten gleich sagen kann: Ach ja, das ist ein Original Heger?

Da sprechen wir zunächst einmal darüber, dass Kunst von Können, von einer soliden und fundierten Ausbildung kommt und die wurde Thomas Heger an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Professoren Grau, Bachmayer und Haegele auch zuteil. Allen voran scheint Professor Grau entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Heger gehabt zu haben. Professor Peter Grau ging es nach eigenen Worten bei seiner Lehrtätigkeit um die Vermittlung der sukzessiven Schärfung der visuellen Wahrnehmung und der Gestaltungsmöglichkeit in größtmöglicher Freiheit der schöpferischen Phantasie. Grau selbst wiederum war Schüler von Willi Baumeister, von dem dieser die Schärfung des Blickes für die Solisten, gemeint sind die beherrschenden Formen in einem Bildgefüge, und deren Stellung im Bildraum übernommen hat. Auch dieser Impetus floss indirekt in die Arbeiten von Thomas Heger ein.

Lassen Sie mich konkret werden. Sie alle sehen das Bild Hybrid 1, auch Motiv für Flyer und Plakat, dominant vor sich.
Wir sehen eine abstrakt-konstruktivistische Komposition auf einem tiefblauen Grund. Zentral ist die Struktur aus farbigen geometrischen Linien in Tönen von türkis, grün, rosa. violett, orange und weiß, die sich in unterschiedlichen Winkeln kreuzen und zu einer Art Blütenform verdichten. Diese Farbflächen stehen in starkem Kontrast zum monochromen Blau des Hintergrunds. Dort erscheinen schemenhafte transluzente Darstellungen von Vasen, Gläsern, zylindrischen Gefäßen und Blütenformen. Einige dieser Blüten erscheinen in Negativform, einmal dunkel auf hellem Grund, einmal hell auf dunklem Grund. Möglicherweise eine Reflexion über das Verhältnis positiv und negativ, über Präsenz und Abwesenheit, Vordergrund und Hintergrund, Fläche und Tiefe. Die Komposition wirkt technisch und zugleich poetisch, verbindet geometrische Strenge mit floralen Motiven. Zudem ist der Bildtitel von Thomas Heger auch programmatisch gewählt. Hybrid, bedeutet aus Verschiedenartigem zusammengesetzt, sie kennen das vor allem von der Autoindustrie oder vom Unterricht Präsenz / online.

Immer wieder begegnen uns in der Bilderwelt von Thomas Heger auch Gefäße, Vasen, Gläser in den unterschiedlichsten Facetten und Techniken ausgeführt. Wie hier bei den cuts. Darunter finden sich auch die zeitlos schönen Formentwürfe der Porzellanmanufaktur KPM.
Ich vermute, dass diese Präferenz für Form und Gestaltung eng mit Hegers Wirken an der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein, zusammenhängt. In den Jahren 2006 – 12 hatte er dort eine Professur inne. Burg Giebichenstein, 1915 gegründet, entwickelte sich in den 1920er Jahren unter Bauhaus-Einfluss zu einer modernen Kunst- und Designschule, die damals auch die Gestaltung und Formensprache von KPM Porzellan beeinflusste – schlicht, funktional und künstlerisch zugleich. Heute ist die „Burg“ eine renommierte Kunsthochschule mit starkem Fokus auf experimentelles Design und Freie Kunst.

Mitunter wählt Heger als Bildformat die Rundform. Das Tondo, vom italienischen rotondo, rund war besonders in der Renaissance z. B bei Michelangelo, Botticelli beliebt und sollte durch seine Form Geschlossenheit und Harmonie ausstrahlen. In der zeitgenössischen Kunst nutzen Künstler die runde Form oft als ästhetisches oder konzeptuelles Statement, das mit Wahrnehmung und Formkonventionen spielt. Sie haben hier die Möglichkeit zum direkten Vergleich, indem sie das eingangs interpretierte Bild mit Stillleben 4 in Bezug auf die Formatwirkung vergleichen. Hat Hybrid noch eine Offenheit gedankliche Weiterführung zu ermöglichen, so wirkt dieses Bild abgeschlossen begrenzt, vollkommen. Der Betrachter ist nicht mehr in der Lage zu einer gedanklichen Fortsetzung.

Ich denke, Sie haben schon eine Sensibilität dafür entwickelt, dass Thomas Heger den dualen Aspekt in seinem Kunstschaffen favorisiert. Als Regisseur bringt er scheinbar Unvereinbares zusammen, gestaltet ein Vexierspiel von Realität und Illusion. Er jongliert mit verschiedenen Formen, variiert zwischen Gegenständlichem und Abstraktem, malt mit zarten und kräftigen Farben, zerbrechlich oder plakativ fluoreszierend im Auftrag.

Nimmt man als Betrachter den Bildfaden auf und bewegt sich Hegers Gesetzen folgend im Bildraum, stößt man schnell wieder an seine Grenzen und landet in einer Sackgasse, wo es nicht weiter geht. Nichts ist, wie es scheint und doch ist jeder Gegenstand minutiös gestaltet, jede Person, wenn auch in Miniatur, filigran gezeichnet.

Als Solist wirkt die Figur dann am stärksten, wenn sie dort auftritt, wo man sie nicht erwartet, wenn sie im Bildgefüge kleine Verschiebungen gegenüber den Gesetzen logischer Verzahnung hervorruft.
Hegers Kunst eröffnet durch all die bildimmanenten Irritationen einen ganzen philosophischen Kontext.
Allen voran stellt sich die uralte Frage: Was ist Wahrheit.?

Dies fragte einst Pontius Pilatus bei der Verurteilung Jesu und erkannte nicht, dass die Wahrheit vor ihm steht. Aber Heger fragt auch: „Was entspricht der Realität oder was entpuppt sich als reine Illusion“.

Hegers Kunst stimuliert uns diese Fragen zu stellen, sie fordert uns heraus, die Perspektive zu wechseln, Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. In diesem Sinne wirkt sie in unsere Zeit hinein, wo Fake news an der Tagesordnung sind und häufig für wahr gehalten werden, wo Manipulation täglich stattfindet und ermuntert uns Dinge zu hinterfragen, eine eigene Sichtweise zu erlangen.
So bleibt die Kunst der Ort, an dem Realität und Illusion einander begegnen. Sie täuscht uns nicht, um zu betrügen, sondern um uns zu wecken.
So betrachtet ist seine Bildbotschaft aktueller denn je, bedeutend als künstlerischer, aber auch gesellschaftsrelevanter Impetus mit sensiblem appellatorischen Charakter.

„Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt“,
sagte einst Picasso.

Vielleicht ist gerade das ihr Geheimnis: dass sie die Illusion gebraucht, um uns zu zeigen, was wirklich ist.

 

 


 

„So gesehen“
Kunstverein Landshut

Einführungsrede von Ursula Bolck-Jopp, 9.2.2024

Willkommen in einer Ausstellung, die uns hoffen lässt – auf ein Ende von Kälte, Eis und Matsch. Hier ist der Frühling am Start. In fantastischen farbigen Welten bewegen sich kleine Figuren, alleine oder auch in Begleitung – mit anderen Menschen, Hunden oder Kühen.

Die Kunsthistorikerin Dr. Sabine Heilig fühlte sich an Alice in Wonderland erinnert. An Alice, die auf Däumlingsgröße geschrumpft durch ein Wunderland mit riesigen Pflanzen und Fabelwesen irrt. Alice kann durch das Knabbern an einem Pilz ihre Größe beeinflussen (der Tipp kam von einer wasserpfeiferauchenden Raupe). Das können Hegers Figuren auch, zumindest im Auge des Betrachters. Mal erscheinen sie winzig, z.B. wenn sie unter gigantischen Gänseblümchen hindurch wandern. Dann wieder wirken sie normal-groß, man sieht sie - wie aus der Ferne – durch Landschaften mit Feldern und Blühstreifen umherziehen. Es könnten auch Straßen, Wege, Plätze oder niedrige Mauern sein. Oder: mit dem Pinsel gezogene Streifen und Flächen in Öl oder Acryl!

Oftmals bewegen sich die Personen aber auch in einer nicht näher definierten Welt aus Farbschlieren oder Pinselspuren, der Betrachter darf sich immer eigene Geschichten ausdenken. Jedenfalls sind die Personen immer von der Seite, die Landschaften oder Farbfelder von oben zu sehen. Die Figuren wandern gar nicht durch Landschaften, sie laufen durch Malerei!

Ein Minimann wagt sich in ein Gebiet namens „Pflanzenkunde“ vor. Wie in wissenschaftlichen Werken üblich, betritt er ein Reich von Versuchsanordnungen. Doch es ist eine verkehrte Welt: Die gigantischen Glasgefäße haben keine Ähnlichkeit mit labortypischen Petrischalen, Reagenzgläsern oder Kolben, eher sind es gewöhnliche Wasser- und Marmeladengläser und Vasen. Das Forschungsobjekt, die „Pflanzen“, hingegen haben nichts Vegetabiles, sie bestehen aus geradlinigen Klebestreifen, die zackig knicken wie ein Meterstab, anstatt pflanzentypisch organisch zu wachsen. In Einzelfällen verkümmern sie am Ende wie echte Gewächse. Manchmal ist eine leichte Verschiebung zu beobachten, um ganz realistisch die optische Brechung der Halme im Wasser anzudeuten. Andererseits ist das Glas oft nicht durchsichtig, es verdeckt die fein säuberlich geordneten Streifen-Halme! Schon klar, die sind nur bis an die Gefäßgrenzen gemalt, ein irritierendes Spiel mit der Illusion! - Was für eine Botaniklehrstunde wird das hier? Der kleine Mann kann sich nur wundern und wie Alice in einen „Magic Mushroom“ beißen.

In den früheren Arbeiten mit dem Titel „Blühwillig“ sind ähnliche Gläser mit immerhin noch Blüten zu erkennen, die ein bisschen wie Andy Warhols Schablonenblumen aussehen.

Wasser ist ein Lieblingsmotiv bei Thomas Heger – und damit auch darin „Badende“. Und wie könnte man Wellen passender darstellen als mit Wellpappe? Der „Wellenschwimmer“ wurde sogar das Titelbild für diese Ausstellung.

Die Kartons hier auf dem Boden beschäftigen sich mit einer Frage, die mir auch schon oft durch den Kopf ging: Warum heißt im englischen Sprachraum der Postversand „Shipping“? Mir wurde ein Paket noch nie per Schiff zugestellt! Bei Heger haben sich Schwimmer Pools eingerichtet auf den Paketen – und hoffen nun mit Lale Andersen:
„Ein Schiff wird kommen…“

Sommerliches Badevergnügen finden Sie auf vielen Werken in dieser Ausstellung, hier z. B. könnte man vom Sprungbrett eine Arschbombe in den Hotelpool wagen! Zwei Sprungbretter zeigen allerdings nicht zum Wasser, vielleicht sind es gestreifte Handtücher?

Holle Nann, die Leiterin der Städtischen Galerie Ostfildern stellte fest:
„Das runde Bildformat besitzt eine ungeheure Suggestivkraft. Gleich einem Brennglas bu¨ndelt es die Blicke des Betrachters…“

Rundbilder bzw. Tondi waren bereits in der Antike beliebt – vor allem als Reliefs zum Schmuck an Architekturelementen. Runde Formate in der Malerei gibt es zwar auch schon lange, aber sie sind eher ungewöhnlich und somit besonders. Und hier finde ich doch noch meine „Petrischale“: Inmitten von grünen Bakterien – ok, es könnte auch eine Parklandschaft aus der Vogelperspektive sein, der Titel „Park“ lässt dies vermuten – kreisen kleine Menschen, die Spielzeugfigürchen ähneln. Es reizt: Man möchte an der Scheibe drehen und sie zum Rotieren bringen!

Ein anderer Tondo heißt: „Mondtag“! Der Titel ist klar, der Mond ist noch oder schon am taghellen Himmel zu sehen. Mir fällt Andrea Mantegnas berühmtes Deckenfresko in der „Camera degli Sposi“ im Palazzo Ducale in Mantua ein, auch wenn dort weiße Wolken statt Mond über den Himmel ziehen und das Personal samt Pfau und Putten neugierig hinunter zum Betrachter blickt. Bei Heger stehen vereinzelte Figuren mit dem Rücken zur Balustrade, die meisten schauen himmelwärts und zum Mond, der interessanter zu sein scheint als wir. Aber der Kunstverein ist ja auch kein herzogliches Schlafgemach….
Dieser Blick zum Himmel mit Mond heißt „Rundlauf“. Hier geht es vielleicht um Fitness.

Nächtliche Spaziergänge im Mondenschein genießen Thomas Hegers Figuren besonders. Die „Grünstreifen“ am Wegesrand sind übrigens weder collagiert noch gestempelt. Die pflanzlichen Formationen kreiert Heger, indem er Lösemittel den Farben beifügt, die durch Gerinnung für Muster und Schlieren sorgen, die an Buschwerk oder Krater erinnern. Die extremen Formate, rund oder sehr langgestreckt, sind bei Thomas Heger nicht als dekorativer Gag zu verstehen, sie entsprechen den Themen, wie den laaangen Spaziergängen.

„So gesehen“ lautet der Ausstellungstitel. Dies war meine Sicht auf Thomas Hegers Arbeiten, Sie entdecken bestimmt anderes und noch vieles mehr. Mir geht das jetzt in der fertigen Ausstellung genauso. Doch Sie sollen wissen, dass mein Redetext anhand von Abbildungen entstehen musste, bevor der Künstler – aus Stuttgart angereist - gestern aufbaute, für Änderungen und Ergänzungen blieb dann kaum Zeit. Aber auf eigene Entdeckungsreise gehen macht gerade in dieser Ausstellung viel Spaß, Sie wollen gar nicht alles schon erzählt bekommen haben. Sogar auf echtes Gold werden Sie stoßen, wenn Sie nur genau genug hinsehen!

Thomas Heger hat an der Staatlichen Akademie für bildenden Künste in Stuttgart studiert und zeigte seine Werke in vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Er erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise und Stipendien.
Aber nicht nur als Künstler ist er erfolgreich, sondern auch in der Lehre. So hat er Lehraufträge an Kunstakademien und Hochschulen inne. Er war auch mehrere Jahre Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Magic Mushrooms gibt es erst am Rosenmontag, aber wir haben Alkohol für Sie bereitgestellt! Genießen Sie nun den Abend – ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Ursula Bolck-Jopp, 9.2.2024

 

Zu den Bildern

Auf ein Raster oder Gitter von Vertikalen und Horizontalen legt Thomas Heger Gegenstände. Die Bilder haben eine räumliche Tiefe. Das feine Gefäß, das man beim Betrachten immer wieder fixiert, bildet für den Betrachter eine Art Einstieg in das räumliche Sehen, man assoziiert das Volumen, auch wenn diese Gefäße häufig durch sparsame Konturlinien die Fläche betonen. Weiter wird die Räumlichkeit durch die Bildschichten vorgegeben: Überschneidungen der Horizontalen und Vertikalen und der Ort der Gefäße definieren das Vorne und Hinten des Bildes. Dazu kommt der Blick in die Zwischenräume, durch das Gitter hindurch nach hinten und als weiteres Element die Wirkung der Farbe, die mal signalartig nach vorne wirkt, mal den Blick ins Bild hineinzieht. Diese Bildschichten lenken die Wahrnehmung. Es ist ein Spiel zwischen Tiefe und Fläche, das beim Betrachten angeregt wird. Bezüge zwischen den Bildelementen werden hergestellt, die Gegensätze ausgelotet. Man scheint sich in diesem Bildraum ziellos und doch geordnet zu bewegen, der Blick läuft den Linien entlang in geordneten Bahnen und bricht nach hinten oder vorne aus, wenn er zwischen sie gerät oder sich der Wirkung der Farbe ganz überlässt. Ordnungselemente stellen auch die Gefäße dar. Es sind filigrane, kunstvoll mit Ornamenten überzogene und schön geschwungene Ziergläser, Kristallkaraffen oder auch praktische, profane Glasbecher, die in jedem modernen Kaufhaus zu haben sind. Die Gefäße werden in die Fläche des Bildes eingebracht, treten mit den Linien und Farben in einen Austausch.
Thomas Heger malt Bilder, in denen zahlreiche Analogien angelegt sind und die sehr offen sind für Assoziationen. Die räumliche Tiefe, die Lenkung des Sehens durch das Raster und das optische Driften erinnert an die Bewegung in der modernen Stadt. Die Gefäße schaffen Fixpunkte, die das ziellose Umherschweifen kurzzeitig anhalten, als würde man einen Innenraum, ein Interieur im Kontext dieser Stadt betreten. Über die räumlichen Bezüge hinaus werden auch zeitliche angestoßen, wenn er alte und neue Gefäße benützt, mal einen Goldgrund verwendet oder statt des Glases die Skizze eines kunsthistorisch bekannten Bildes, z.B. von Vermeer, in sein Gefüge von Schichten einfügt. Es ist dann auch ein Spiel mit dem Wertvollen und Banalen, mit der Aura von Kunst, das er inszeniert.
Thomas Hegers Bilder sind offen für solche Assoziationen. Sie stellen sich als Gefühl für die Bewegung und den Raum in der Stadt ein, als analoge, inhaltliche Ebene zu den Farb- und Formebenen im Bild. Seine Position ist eine zeitgenössische, da er typisch für die aktuelle Kunst sich verschiedener historischer Bildsprachen bedient, um in ihrer Kombination zu interessanten, wirkungsvollen Arbeiten zu kommen.

Dr. Berthold Naumann

 


 

Die Sicht der Dinge -
Der Text ist erschienen im Katalog zur Ausstellung Querfeldein herausgegeben von der Städtischen Galerie im Spital, Bad Wimpfen 2020

Die Verhältnisse des Daseins

Lila-orange stapft der Mann mitten durchs Gestrüpp, bis zur Hüfte darin versinkend, einsam. Der einzige Eindringling inmitten weiter Natur. Von oben, aus der Vogelperspektive gesehen – womöglich aus der einer Drohne? – mutet es an, als ob er sich verlaufen hätte. Oder gar verloren? Aber in diesen unzähligen Grünnuancen des „Parks“, den er durchstreift, kann das schon mal passieren. In einem Tondo sowieso, jenem klassischen Rundbild, das in der griechischen Antike, im Alten Rom, bis hin zum Historismus beliebt war für Porträts, für bewegende Szenen, zur Architekturgliederung. Eine runde Sache, ohne Anfang und Ende, aus dessen Dynamik der Mann nicht so schnell heraus kommt. Mag er noch so oft die Diagonale der Bildfläche durchqueren. Querfeldein. Dorthin hat ihn Thomas Heger geschickt, mit Acryl auf Leinwand, wie in einer faszinierenden Versuchsanordnung in der Petrischale.

Im Kreis laufen auch die Figürchen, die der Künstler im „Nächtlichen Spiel“ platziert hat. Vor unendlichem Blau, von dem sich die Mondsichel zierlich weiß abhebt, irrlichtern sie durchs Dunkel, mal kopfüber, mal zur Seite auskragend, meist prekär, scheinbar in Gefahr, in das Farbloch abzustürzen. Würden sie nicht angezogen von der Gravitation des grünen Rings, der sich wie jener des Saturns auf den runden Kosmos legt. Die Szene mag an die Himmelscheibe von Nebra erinnern. Jene Bronzeplatte mit Goldapplikationen, die rund 4000 Jahre alt ist und die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Weltgeschichte darstellt. Auch bei Heger verdeutlicht das Rund Dimensionen: Mensch wird zu Menschlein angesichts des Universums – Erdexistenzen in unendlichen Weiten, die doch begrenzt sind, weil sie nie in Gänze zu erfassen, bestenfalls zu erahnen sind.

Da wandelt ein Paar mit Hund lieber durch den „Stadtgarten“ auf grünem Balken, der sich trotzig quer zum Bildrund behauptet. Sie werden bald aus der Leinwand herausspazieren, wenn sie so weitermachen – zwischen den hart gekanteten Streifen aller Art, die sie oben und unten umgeben. Reduzierte enge Stadtstruktur! Wie uralte Gesteinsschichten der Erde kommt sie daher. Alles baut aufeinander auf, wenn auch manches über die Jahrtausende aus den Fugen geraten ist. Aber es fügt sich, zumindest auf der Oberfläche.
Dass darunter manches vor der Auflösung steht, scheint das Paar im „Stadtraum“ nicht zu merken, es konzentriert sich auf die kleine Welt seines Streifens, violett auf rostigem Rot. Von den „Bewohnern“ und „Läufern“ anderer Leinwände sind gerade noch die Umrisse zu erkennen, zeichenhaft, wie eine verblassende Erinnerung auf einer zunehmend ausbleichenden Fotografie. War da mal was mit Humanität in den Straßenschluchten, in den Gebäudeblöcken? Leben, das vorbeirennt, wohl stets geschäftig, von Termin zu Termin hetzend, das Handy im Anschlag, die Tasche fest im Griff, die Konturen ausfransend mit jeder Spur, die ein Pinsel mit Tempo darüber gelegt hat, wie die Schlieren des Alltags. Nichts ist so alt, wie die News von gestern. Und darunter? Entschleunigung ist Wunsch, aber auch nur ein Wort.
Das gilt zudem für die schicken Städter, die durch monoton-braune „Orte“ irren, allesamt mit gelben Architekturelementen aufwartend. Ja, die Städte gleichen sich an, dem Kommerz geschuldet, der nur die immer gleichen Marken und Statussymbole in den 1A-Lagen der Boulevards zulässt, „Made in Sonstwo“ – Kreativität muss man sich leisten können.
Da haben es die Flaneure, die allein oder zu zweit durch tachistische „Frühblüher“ schlendern auf rechteckig grüner Staffelung, geradezu paradiesisch. Zeichen des Lebens, das nach dem Winter zurückkehrt. Was wäre, wenn nun alles ganz anders würde in diesen Zeiten von Krisen und Wandel? Kreativität muss man auch wagen wollen, wie die Männer, die jeweils  auf eigenem Bildgrund einer großen Pinselgeste folgen – ins Offene, Formlose, dem Möglichkeitsfeld, wie der Philosoph Umberto Eco einst zeitgenössische Kunst beschrieb, zu einem „Erdachten Ort“. Achtung, er könnte Wirklichkeit werden!

Querfeldein schickt Thomas Heger seine Menschlein außerdem auf seinen Papierarbeiten, mit einem Mix aus Druck- und zeichnerischen Techniken. Da geht es spontaner zu, das Papier ist Medium anderer ästhetischer Aussichten. Es nimmt einerseits erste Ideen auf, wird Experimentierfeld für Setzungen, die dann verfeinert werden. Andererseits bringt es als prozesshaftes künstlerisches Material eigene Struktur und eigene Netzwerke mit, je nachdem wie die Fasern liegen. Ein Material, das Veränderungen, Fremdeinflüsse und zeitliche Abläufe auf andere Art sichtbar macht als die Leinwand. Das mit den Lichteinflüssen bleicht, mit Handhabung knicken, reißen, geprägt, geschnitten und vieles mehr werden kann.

Thomas Heger nutzt alle Möglichkeiten des alltäglichen Materials, das auf unzähligen Schreibtischen liegt. Weniger häufig sind in Zeiten der Massentierhaltung Rinder, die frei herumlaufen. Bei dem Künstler indes stehen Kühe vor dem „Waldrand“, auf ihn blickend wie auf ein verlorenes Paradies – lila Stämme und Tiere, die stellenweise nur noch als Umrisse auszumachen sind. Die „Pilzsucher“ wiederum verschwinden in gewischten Pinselschwaden und Birkenstämmen, nur noch zu erkennen als Schatten ihrer selbst, ebenso die Ausflügler des Wandertags. Anders die „Blüten“, die saftig und überdimensioniert treiben unter popartigen Lettern in Schreibschrift, als müssten sie Werbung für sich machen. Der „Grünstreifen“ macht seinem Namen alle Ehre, legt sich übers Papier, den Boden bereitend für vielfarbige Formen. Ein Titel, der durchaus wörtlich zu nehmen ist; und im übertragenen Sinne. Regiert hier doch hier keine Monokultur, sondern Wiesenwildwuchs – Humus für den Boden und Nahrung für Bienen. Eher problematisch sind die „Hybride“: Bei Heger schweben amorphen Hydren – tentakelartig im Erdreich verankert – wie eine Damoklesschwert über den Erdlingen, die als bloße, oszillierende
Piktogramme über das Papier stolpern, als wären sie schon zu Cyborgs mutiert.

Schöne neue Welt? Wer weiß. Der Weg wird geebnet, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Industrie und Farming 4.0 – derlei und mehr ist in vieler Munde. Die Frage freilich ist und wird sein: Wie die Technologie vereinbaren mit den Werten des Menschseins? Gleich welches Medium, welches Material man nutzt, das Ergebnis ist immer nur so gut, wie die Kompetenz, die der Nutzer von den tradierten alten und jungen, neuen Kulturtechniken mitbringt. Und wie hoch seine oder ihre Ein- und Umsicht ist ob der Folgen einer Handlung. Das ist beileibe nichts Neues. Aber in diesen Zeiten, die sich rasant verändern, in denen Informationen explodieren, umso wichtiger. Aktuell verdoppelt sich das Wissen der Menschheit jedes Jahr, und der Zyklus wird schneller. „Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen“ soll bekanntlich der amerikanische Zukunftsforscher John Naisbitt gesagt haben. Erdung, eine Verbindung ins Gestern mit dem Blick ins Morgen mit der Achtsamkeit im Jetzt, kann da nicht schaden.

Heger schafft mit seiner Kenntnis um Handwerk, Historie, individuellen wie gemeinschaftlichen Horizonten und Haltungen diese Verbindungen auf verschiedensten Ebenen und Dimensionen. Nicht nur spielen die vielschichtigen Bildwerke dem Sehen mitunter Streiche, indem sich Formen beim zweiten und dritten Blick an die Oberfläche schaufeln, die beim ersten noch nicht da waren. Oder indem die Dinge zu oszillieren beginnen, scheinbar in den Raum, damit sinnlich in die Dreidimensionalität übergehen. Doch Heger macht auch die Rolle rückwärts, indem er seiner bildhafte Skulpturen schafft. Im Wortsinn: „Sculpere“ bedeutet im Lateinischen „schnitzen“ oder „meißeln“. Das tut er mit Seifen – saubere Stücke, sonst im Dienste der Reinlichkeit, die sich in allen Kulturen finden, die er auch aus verschiedenen Kulturen zusammenträgt. In diese schneidet er – und lässt die Form dann bisweilen in Eisen und Bronze gießen –, was das Leben und Kultur so darbieten. Dabei ist Kultur ursprünglich zu sehen, als „Cultura“. Ein Begriff, der aus dem Ackerbau kommt, nun aber auch die Gesamtheit des vom Menschen Geschaffenen, beschreibt, in der Kunst wie in Bildung, Technik, Biologie oder Medizin. Kurz, ein Begriff, der wesentliche Teile menschlicher Lebenswelt beinhaltet, die differieren können, je nachdem, wo man sich auf der Welt befindet. Gemeinsamkeiten? Sind immer dabei. Der Mensch ist eben Mensch, jenseits aller Sozialisierungen.
 
Also lässt Heger eine Quellenymphe – weiblicher Naturgeist in griechischer und römischer Mythologie, Liebling des Bildungsbürgertums, Motiv unzähliger Brunnenbildnisse und zumindest oberflächlich unverdächtiger nackter Weiblichkeit – in den Wellen des eigenen Haares schwimmen. Nur der Kopf schaut aus dem ovalen Wellness-Becken aus Seife, der holde Rest ist untergetaucht. Vom Schaumbad bleibt noch der Schaum der Tage wie in Boris Vians Liebesgeschichte, der sich vor dem Abfluss in knubbeligen Flöckchen aufwölkt. Wer war da der oder die Badende? Weg. Abgeflossen? Einfluss übte der arabische Spitzbogen auf die Gotik mancher mitteleuropäischer Kathedrale aus. Ein grandioser führt in das Hammam, dem berühmten orientalischen Bad, häufiges Motiv in persischen und türkischen Miniaturen und historischer Reiseberichten westlicher Touristen. Oft waren Hammams Nebengebäude von Moscheen, ganze Stadtquartiere wuchsen drum herum. Nach Janine Sourdel-Thomine wurden mitunter anhand deren Menge die Einwohnerzahl von mittelalterlichen islamischen Städten geschätzt.

Folgerichtig verwandelt Thomas Heger denn auch das edle Waschstück Royal, das mit Oud, Ambra, Weihrauch, Jasmin und Safran nach Orient duftet, in einen weniger königlichen, weil puristischen Waschraum. So kann’s gehen. Die Kunst der Seifenherstellung kommt aus Syrien. Von – der leider stark zerstörten – Kulturstadt Aleppo aus verbreitete sie sich mit Kaufleuten und Kreuzrittern über den Mittelmeerraum nach Europa. Au einem Luxusgut, das im Orient Herrscherfamilien vorbehalten war, wurde die Seife über die Jahrhunderte zum Ding alltäglicher Reinigungsrituale, untrennbar vom Lebenselixier Wasser. Bei Thomas Heger klingt diese Geschichte mit. Aber die Seife ist mehr als Kulturgut mit wechselvoller Geschichte: Sie wird zur Bühne, zum mehrdeutigen Spielraum. Miniaturen, die dem Betrachter Spielraum lassen. Alles fließt!

Die Titel der Werke sprechen Bände, sie sind offenbar, gleichwohl offen. Sie fordern Offenheit, weil sie nicht festlegen, lediglich Töne anschlagen, mit mitunter schrägen, aufeinander prallenden Nuancen von Farbe, Stil, Material. Heger wagt sie. Seine Figuren finden Welten, er bringt sie zusammen. Abstraktion trifft Gegenständlichkeit, Geste auf Linie und Fläche, Pastosität auf Lasur, Geometrie auf Feinmalerei, Raster auf Bewegung und Freiheit, Vergangenheit auf Gegenwart und Zukunft, Natur auf Kultur ... Thomas Heger setzt das Mikroskop an, arbeitet mit dem Brennglas auf mannigfaltige Weise: Seine Kunst erzählt, hinterfragt, beobachtet, löst Assoziationen aus, wechselt Perspektiven, deckt auf, öffnet Augen, kommentiert frech-ironisch, melancholisch die Verhältnisse des Daseins in all seinen Facetten und Widersprüchen. So werden neue Denkprozesse zur Welt angestoßen – querfeldein.

2020
Petra Mostbacher-Dix

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Die Sicht der Dinge -
über die Arbeiten von Thomas Heger

Es sind landläufige Dinge, die bei Thomas Heger auf den Bilder, Zeichnungen, Schnitten und Collagen just so herum tanzen, als seien sie lebendig. Allerdings sind die Teller, Schalen, Vasen, Messbecher, Trink- oder Gurkengläser nicht unbedingt als solche erkennbar. Zwar werden sie von Thomas Heger detailliert nachgezeichnet oder fast fotorealistisch gemalt. Aber weil sie dabei auf der Leinwand durcheinander geworfen, gestapelt, mit transparenten Pigmentschichten überlagert, in Farbraster eingeordnet werden, kommen sie auf den ersten Blick wie ein flächiger, mitunter ornamentaler Formenteppich daher.
Erst beim zweiten Hinschauen schälen sich aus der Zweidimensionalität die fragilen, exakten Linien edel geschliffener Kristallpokale, simpler Tiegel oder schlichter Wassergläser heraus. Mehr noch, plötzlich scheint alles zu kippen, der Hintergrund kommt optisch nach vorne, der Vordergrund wandert nach hinten und umgedreht. Der Betrachter entdeckt im Wechsel zwischen Transparenz und Geschlossenheit, dass im Boden einer Tasse eine Brücke oder in der Öffnung einer Tasse ein Kanal steckt. Es kommt eben auf die Sicht der Dinge an.

aus Stuttgarter Zeitung vom 27.7.2004
Petra Mostbacher-Dix M.A

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Thomas Heger
Von den Dingen, über die Dinge

‚Cette chose est faite pour perpétuer mon souvenir’: ‚dieses Ding wurde gemacht um mein Gedächtnis zu verewigen’. So betitelt der französische Künstler Francis Picabia ein 1915 von ihm geschaffenes Gemälde, das ein Ding zeigt, einen beschreibbaren, nicht aber benennbaren Gegenstand bzw. benennbare Gegenstände: vier kreisförmige Scheiben in vier kreisförmige Scheiben in vier kreisförmige Scheiben geschichtet, verbunden durch vier Stäbe über eine weitere, weiße kreisförmige Scheibe, überfangen durch weitere, abgewinkelte Stäbe oder Röhren. Ein Ding, das nach Maschine aussieht ohne eine Funktion zu offenbaren. Ein Ding eben. Ein Ding, das nach Dada riecht. Wobei Hottehüs bzw. Steckenpferdchen, was Dada im Französischen meint, selten riechen.

Scheinbar weit entfernt von einem solchen Ding und tatsächlich doch sehr nah sind die alltäglichen Dinge, jene, denen man in unterschiedlichsten Situationen und Zusammenhängen, wie in Ereignissen oder im Stillen begegnet. Es sind unscheinbare Dinge, sonderbare Dinge, merkwürdige Dinge, unglaubliche Dinge, Dinge an sich, die anfänglichen Dinge und die letzten Dinge, die stillen Dinge und die lauten Dinge, die großen und die kleinen Dinge, die nutzlosen Dinge, die bunten und die grauen Dinge. Es sind Dinge, die sich bewegen und Dinge, die still stehen und in ihrem Stillstehen dennoch voller Leben scheinen. Es sind Dinge, die gegeben sind, Dinge die wir allgemein der Natur zuordnen. Es sind Dinge, hinter denen sich menschliche Entwürfe verbergen, Dinge, die einer Kultur zuzuordnen sind, Dinge, welche nach heutigem Kenntnisstand in der Steinzeit zum ersten Mal manifest werden und von denen eine kontinuierliche Entwicklung zu den heutigen Dingen sich aufzeigen lässt. Es sind die Dinge, durch die hindurch das Wesen des Lebens aufscheint, wahrnehmbar und erfahrbar wird; Dinge, die Gedanken, Überlegungen, Regungen auslösen, die Literaten, Archäologen oder Philosophen beschäftigen; Dinge, die einen aber genauso gut unberührt lassen können. Die Geschichte dieser kulturell bedingten Dinge spiegelt in all ihren Facetten und ihrer bruchstückhaft erforschten Existenz über die Jahrhunderte hinweg auch die Geschichte des Menschen wider.

Von solchen Dingen und über solche Dinge handeln die Werke des Stuttgarter Künstlers Thomas Heger, die auf kleinen bis großen Leinwandbildern, die auf gezeichneten und geschnittenen Zeichnungen, die in geschnittenen und gegossenen Plastiken aus Seife und Bronze sich offenbaren. Und auch seine Werke könnten den Bildtitel Picabias tragen. Sie fundieren auf der schweifenden Neugier eines Wahrnehmenden, der die Geschichte des eigenen Metiers ebenso gegenwärtig hat, wie die Geschichte der eigenen Spezies und die der Dinge, die sich in seiner Erinnerung abgelagert haben und zugleich aufs Stete einprägen. Der darüber hinaus mit offenen Augen durchs Leben schreitet, welches seit vielen Jahren städtisches Leben ist, was auch sein Bild vom Leben, die Weltanschauung des Künstlers prägt.

Stillleben und Realitätsbezug

Es sind auf den ersten Blick die Dinge des stillen Lebens, Stillleben, die die aus unserem kulturellen Kenntnisstand benennbaren Gegenstände in einen spannungsreichen, widersprüchlichen, kontrastierenden neuen Kontext fügen, der ein Oszillieren zwischen Ding und Gegenstand hervorbringt. Derartiges zeichnet sich beispielsweise in städtischen Strukturen ab: aus dem scheinbaren Gewirr an Straßen und Architektur blinkt hier ein Mäander hervor, dort ein barock schwingender Sandsteinportikus, hier ein farbig gefasster Stahlerker, dort ein sachlich nüchterner Edelstahlbalkon. Ein Ornament bricht die klare Linie, die Nüchternheit serieller Architektur steht gegen die Üppigkeit einer vielfach gebrochenen Steinfassade der Gründerzeit. Wenig Rücksicht auf Feinheiten nehmen die Straßen selbst, die wie ein Schnittmuster die architektonischen Massen begrenzen und teilen.
Die Differenzierung solcher Wahrnehmung ist verbunden mit dem zweiten Blick. Jener nimmt auch die Ruhe in der sonst überaus bewegten städtischen Struktur wahr, registriert jenen Kontrast, der dem von ausschnitthafter fotografischer Sicht und unaufhörlich ablaufenden Filmbildern gleichkommt. Fotografie und Film (u.a. in Form der Television) sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts ohnehin die unumschränkt prägenden Instanzen unserer visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten, die unsere Sicht auf die Dinge und Gegenstände geformt hat und formt und zugleich mit ihren Bildern unsere Realitätssicht entscheidend beeinflusst. Zum einen in der Art und Weise wie wir unsere Umwelt wahrnehmen: selektierend, im schnellen Schnitt, ausschnittsbegrenzt, seriell; zum anderen in der Art und Weise wie wir das Aufgenommene behalten: im Kompilieren vereinfachend, bruchstückhaft, additiv verflachend.

Keine Frage, Thomas Hegers Bilder, Zeichnungen und auch Kleinplastiken spielen scheinbar leichthändig mit diesen dinglichen Wahrnehmungsphänomenen. Dies setzt das Wissen um diese Phänomene ebenso voraus, wie das geübte Auge, das hinter die Dinge blickt.

In den ersten Jahren stehen in Thomas Hegers Werk die Dinge noch in einer real benennbaren Bezüglichkeit, die ihre Fassbarkeit im malerischen Komplex der Bilder auch in kompositorisch gewollten Brüchen und Widersprüchlichkeiten erleichtert. Gegenstände wie Stühle, Bilder oder Architekturteile kontrastieren mit freien Farbflächen und Linien, die eine Reduktion des Gesehenen auf archetypische Muster anklingen lassen. Schon in diesen Werken tritt die gewollte Gratwanderung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit zu Tage, die Thomas Hegers Werk bis heute kennzeichnet.

Wenig später finden sich Vergitterungen über kubischen Körpern, die als Platzhalter von Architektur erscheinen, wie die die Gitter bildenden Farbstreifen städtische Struktur ebenso bedeuten können, als auch, in einen veränderten Kontext mit Gefäßen gestellt, in ihrer gegenständlichen Verifizierung als Tischtuch oder Regal benennbar wären.
Dem Künstler geht es dabei in erster Linie um die Qualität des Musters, des Rasters, das urbildhaft als Ding für etwas Benennbares stehen kann und in seiner abstrahierenden oder gar abstrakten Qualität die Vielfältigkeit seiner Benennbarkeit in sich trägt.
„Dass es an eine Stadt erinnert, war mir dann egal und heraus kam dann irgendwas, was mich eigentlich an das Gewebe von einem Stoff erinnert hat, an eine Art Tischdecke. Ich musste mich dann an Bilder aus der Kindheit erinnern, wo ich als Kind dasitze, an einem Tisch, ich habe Bauklötze draufgeschoben und die Linien waren dann für mich Straßen und Häuser.“1)

Die Bildserie „Glas-Stadt-Tisch“ (1996/1997) ist Ergebnis dieser Sicht des Künstlers auf solche Dinge, die eine dem Kubismus verwandte Mehrsichtigkeit der Objekte und Gegenstände einschließt. Das heißt, das Hegersche Formenrepertoire ist in der spezifischen Kombinatorik seiner Werke von sich überlagernden unterschiedlichen Perspektiven bestimmt, die zugleich einen steten Fokuswechsel vermeintlich unterscheidbarer Bildebenen mit sich bringt. Die Titel, die der Künstler seinen Werken gibt, sind dieser Multiperspektivität äquivalent, weisen dennoch assoziativ Wege zum Ursprung wie zum Fortgang und Verständnis des Gezeigten. Dies gilt für die frühen Werke ebenso wie für die jüngeren und jüngsten Arbeiten Thomas Hegers.

Transparenz und Geschlossenheit

Um diese Zeit, Mitte der 90er Jahre, findet das Glas als Ding Eingang ins Formenrepertoire des Künstlers, das seither die Bildwelt Thomas Hegers in Malerei und Zeichnung beherrscht. Die Faszination an Glas-Dingen gründet sich auf der fragilen, zerbrechlichen, transluziden, Licht einfangenden und reflektierenden Materialität ebenso wie auf den plastischen und zugleich linearen Möglichkeiten der Formensprache. Seither finden wir im Werk von Thomas Heger Gläser in allen ihren denkbaren und tatsächlichen Erscheinungsformen. Da sind einfache Saftgläser, Weingläser, Gurkengläser, Flaschen, geschliffene Kristallgläser, Kürbis-, Kelch- und Blütenvasen, griechische Vasen, Kelche, Flöten, Krater und Trichter, Schüsseln, Schalen und Schälchen. Mit der Feinheit des Motiv-Materials verändert sich in Hegers Schaffen aber nicht nur die Formensprache. Auch die Malstruktur entfernt sich von der anfänglich pastosen, den Pinselduktus offenbarenden Malweise hin zu einem den feinen Pinsel und Lasuren bevorzugenden Farbauftrag, der sich allmählich einer erkennbaren Handschrift entzieht.
Die Farbe wird mit einer Verklarung der Bildstrukturen zunehmend mehr zum Ordnungsträger, mit dem Kontraste, Harmonien wie Disharmonien erzeugt werden.

In den Werken der letzten Jahre wie auch in den jüngsten Bildern des Künstlers haben sich Farbe und Formen zu Bildserien gruppiert, die in unterschiedlicher Weise vor allem mit Glasgefäßen, aber auch „Bauklötzchen“, Tellern oder Naturmustern, wie mit abstrakten Flächen- und Linienstrukturen umgehen. Auf dem grundsätzlich nahezu monochromen Grund bringt Thomas Heger die Dinge und die Farbe zusammen. Er schafft neue Bezüge, die auch immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten eröffnen, die Beachtung auf Unbeachtetes richten. Ohne eine Typologie der Bildwerke zu verfolgen, kristallisieren sich in den jüngeren Bildern Thomas Hegers Typen heraus.

Tanz der Dinge im offenen Spiel

Die Tondi-Formate der „Kreislauf“ oder „Drehung“ oder „Karussell“ titulierten Werke tragen auf dunklem Grund transparent über- und untereinandergeschichtete Glasgefäße, die in ihrem plastischen Volumen gekennzeichnet sind und sich in ihrer Vielansichtigkeit jedweder eindeutigen räumlichen Zuordnung entziehen. Zufällig wirken diese auf eine nicht verifizierbare Ebene gestreut und lösen in dieser chaotischen Ordnung eine wahrnehmbare Bewegung aus, welche die Blickverdichtung in den Überschneidungen der Gefäße noch steigert. Das Auge kommt nicht zur Ruhe. In dieser Anordnung wie Transparenz wird zugleich die Dünnhäutigkeit, Verletzlichkeit oder gar Brüchigkeit dieser Objekte bewusst.2) Die dunkel gehaltene Kreisform der Bilder tut ihr Übriges dazu und assoziiert zugleich den Blick in die mikroskopische Welt der Virologie als auch den in die makroskopische Welt universaler Sternensuche.

Eine noch stärke Bewegungsempfindung verschaffen die „Jongleur“-Bilder, in der die Welt des Varietes sich im Handwerkszeug der Jongleure, Tellern und Ringen, zu fast abstrakten Mustern formt, die ein ständiges Springen zwischen verschiedenen Bildebenen und den auf ihnen sich befindenden Dingen evoziert. Die Dinge bleiben wie beim Jonglieren in steter Bewegung, „in der Luft gehalten“, treten in sich immer wieder verändernde Beziehungen, bilden Gruppen, distanzieren sich, stehen alleine. Bewegungsfotographische Effekte treten auf, wenn die Ringe Nachbilder ihrer Fortbewegung auf der Iris sprich Leinwand hinterlassen.

Konträr zu diesem scheinbaren Chaos stehen die reduzierten „Nebensachen“, in denen ein, zwei Glasgefäße hauchzart linear auf monochromem Grund umschrieben werden, der zugleich die Lokalfarbigkeit der Gefäße selbst darstellt. Farbige quadratische bzw. rechteckige Flächen hinterfangen, tragen, begrenzen die Gefäße und schließen diese partiell ein, ohne ihnen einen Stand zu gewähren. Auf Distanz treten die Farbflächen als beschnittene Formen in einen abstrakten Tanz mit dem tragenden Grund ein, der eher einer Pavane, einem Schreittanz gleicht, denn einem Flamenco. Assoziationen an Vexierbilder stellen sich ein.

Weltbilder und Bildwelten

Aus dieser reduzierten und klaren Farb- und Formensprache entwickeln sich im Werk Thomas Hegers schließlich ähnlich gelagerte Werke von größerer Dichte. In vergleichbarer Handhabung linearer Formumschreibung, mitunter mit Binnenzeichnungen geschliffener oder gravierter Ornamentverzierungen, sind Vasen, Gläser, Schüsseln, Kannen oder eine afri-Colaflasche im „Nahbereich“ zu einer Ansammlung gruppiert. Diese werden von orangefarbenen, blauen und grünen Farbflächen begleitet, die in ihrer farbperspektivischen Qualität eine räumliche Differenzierung auf dem monochrom grün, aber wolkig strukturierten Grund erzeugen, der über die Relation der Dinggrößen hinaus Verunsicherung schafft. Je nach Bezüglichkeit wandern ein und dieselben Objekte auf unterschiedliche Raumebenen, machen einen geschlossenen Raumeindruck unmöglich.

Stehen im grün fundierten „Nachbereich“ Ding und Fläche noch in einem Gleichgewicht ihrer Beziehung und Gruppierung, treten im rot grundierten „Nahbereich“ die Farbflächen in kräftigem Grün, Blau, Orange und Ocker so in den Vordergrund, dass hier die Erinnerung an die städtischen Strukturen früherer Werke und die Kindheitserinnerungen des Künstlers wieder evident werden. Farbflächen erscheinen in ihrer ausgeschnitten Form als Brücken oder ganz allgemein Bauelemente, die der großen archetypischen Sammlung von Architektur entlehnt zu sein scheinen: dem Holzbaukasten der Kinderzeit.
Ihm haben wir Bauklötze in allen denkbaren geometrischen Formen zu verdanken, unter anderem auch die wunderbar einfachen und einfach wunderbaren Viadukte, Rundsäulen, Halbsäulen, Sternsäulen, Fünfecksäulen und Ovalsäulen, die sich nun zu Thomas Hegers Glasgefäßen in seinen „Welt“-Bildern oder „weltähnlichen“ Bildern, aber auch in der „Schausammlung“ einfinden und einen Dialog zwischen illusionistisch plastischer Formung und Flächenform beginnen, zugleich vielfach in Korrespondenz zu den anderen Dingen, den hauchzart formulierten Glasgefäßen treten.

So konstruiert sich aus erkennbar der Welt entlehnten Dingen eine neue, auch neu akzentuierte Welt, die starke visuelle Reize aussendet, in denen die Feinheit des Glashauches eine konzentrierte Wahrnehmung erfordert. Zugleich wandert die Wahrnehmung zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit ohne eine Eindeutigkeit des Wer-ist-Was zu finden. Dieser Zustand, der ebenso Prozess ist, ist letztendlich auch im Schweben aller Erscheinungen im Bild gegeben. Gegensätze, Kontraste, Widersprüche und Verwandschaften sind für die Arbeit des Künstlers von großer Bedeutung und sichtbarer Ausdruck seiner Werke. Dabei, so Thomas Heger, liefert die sogenannte Realität lediglich die Anregung zum bildnerischen Umgang mit unserer gewohnten Welt, also dem städtischen Leben, dem Ambiente unserer eigenen vier Wände oder den Dingen, die wir in Gewöhnung eher achtlos handhaben. Die vom Künstler aus dieser gewohnten Welt in seine Bilder transformierte Ding-Welt stellt im besten Fall eine bildimmanente eigene Welt dar.

Wenn man denn im Werk „Lichtschatten“ auf große Distanz gesehen in den farbigen „Schatten“ der lichten Glasgefäße sich eher auf den Spuren einer neuen Schrift glaubt, befindet man sich geradewegs auf dem Weg zur Erkundung einer neuen Welt, die über die Dinge erzählt und ungeahnte Möglichkeiten offen hält.

Das offene Papier

Papier hat, in welcher Qualität auch immer, seine eigenen Strukturen, die sich in der Vernetzung der jeweiligen Fasern zeigen, welche die Stabilität und Haltbarkeit des Papiers garantiert. Diese Faserverbindungen machen Papier zum idealen Träger für Zeichnungen und auch Schnitte, wie sie Thomas Heger fertigt. Es birgt in sich dingliche Qualitäten für qualitätvolle Dinge, für Vasen, Teller, Krüge, fein ziselierte, fein bemalte und lackierte.
Chinoiserien und Delft, Meissen und Königlich Manufakturiertes bringt der Künstler mit banalem Kugelschreiberstift auf das Papier. Das Ding ist klar und deutlich zu benennen. Doch mit dem Vergehen der Zeit nagt der Gebrauch an der Oberfläche, bricht sie auf und verändert das erste Bild von der Klarheit zur formauflösenden Form oder gar zur Ahnung.

Der Schnitt als künstlerisches Mittel ist ein Produkt der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Er hat die Leinwand und auch das Papier aus der Begrenztheit der Zweidimensionalität herausgeführt, das Bild als solches in die Räumlichkeit geöffnet und einer neuen Zeit der Raumerkundung und der Unbegrenztheit wie der Prozessbetonung zum Ausdruck verholfen. Das offene Bild entspricht dem grenzenlosen Erleben und Erkunden einer neuen Zeit, ist Ausdruck des Alles-Ist-Möglich nach dem Niedergang im Weltkrieg.

Thomas Hegers Bildwerke sind auch in diesem Sinn als offene Weltbilder zu verstehen. Wenn er den Schnitt als künstlerisches Mittel einsetzt, hat dies zwar nichts mehr mit einer zeitspezifischen Situation zu tun. Gleichwohl ist
das offene Bild als im Gedächtnis.
Wenn Thomas Heger seine Dinge, Vasen, Schalen, Krüge und Teller auf der Rückseite des Bildträgers Papier mit dem Messer nachzeichnend in dieses einschneidet, ergeben sich auf der Vorderseite ausgewölbte Öffnungen, aber auch Strukturen, die einem Prägedruck ähneln und den dargestellten und geformten Dingen eine erräumliche Wirkung ganz eigener Qualität verleihen.

In den jüngsten Werken mit dem Titel „Benutzeroberfläche“ oder der Arbeit „Fehlfarben“ setzt der Künstler das Messer als Zeicheninstrument unmittelbar auf der Bildfläche ein, die Kugelschreiberlinien der eigentlichen Zeichnung nachschneidend und überschneidend, das Papier verletzend und aufreißend. Die Gefäße treten aus dem Grund hervor, scheinen vor dem Weiss des sie tragenden Papiers zu schweben. Die Oberflächen der Gefäße erhalten durch diese einschneidende Zeichnung zugleich den Ausdruck des Benutzten, des durch den Gebrauch Verbrauchten, werden zur „Benutzeroberfläche“. Dass diese Bezeichnung wie auch der Titel „Fehlfarben“ einen anderen Kontext impliziert, ist beabsichtigt. Thomas Heger führt auch in diesem, dem zeichnerischen Medium, seine (Bild)Weltschöpfung und –ausschöpfung in ihrer Mehr- oder Vieldeutigkeit fort. Ebenso offen und voll ungeahnter Möglichkeiten.

Im Kern der Seife – soap operas

Man nehme Talg oder Rinderfett, Sodalauge, Cocos- oder Palmöl, Salz, Energie in Form von Wärmezufuhr, bringe dies alles in einem sinnvoll prozessorientierten Ablauf zusammen und schon entsteht: Kernseife.
Mit ihr verbinden wir die Vorstellung von Reinlichkeit und Reinigungskraft, einen bestimmten Geruch ohne die Erinnerung an Flieder, Wald und Heideröschen, lange Lebensdauer trotz täglichem Verbrauch und eine scheinbar immer gleiche Form von rechteckigem Kubus in erdhafter, elfenbeinfarbener bis weißer Färbung. Mitunter ist eine Seite dieser Form mit dem modellierten Hinweis auf den Hersteller und der ohnehin schon allseits bekannten Dingbestimmung „Kernseife“ versehen.
In Zeiten von Waschgels und gereatriehemmenden Lotionen ist sie allerdings selten geworden in unseren Boudoirs, Badelandschaften, Wellnesszentren und Showerrooms, dieses Ding, das immer noch für eine natürliche Reinigungskraft steht und auch danach riecht. Alt können Sie sein, diese Dinger, und immer noch gebrauchsfähig.
Mit Kernseifestücken verbinden sich aber auch Bilder von Größenrelationen: sie passen in die Hand; sie sind klein im Vergleich zu einem Baderaum; sie sind etwas größer im Vergleich zu einem Waschbecken oder einem Wäschezuber, zu dem sie dereinst gehörten wie das heute wohl nur noch muskulär bekannte Waschbrett.

Thomas Heger funktioniert sie um, erhält aber darin den Bezug zu ihrer ursprünglichen Handhabung, wahrt den Bezug zu ihrer ursprünglichen Existenz, vergleichbar seiner malerischen Transformation von Glas und anderen Dingen.
Seifen, einst aus einem plastischen Vorgang entstanden – denn Seifensieden ist ein Vorgang der plastischen Formung –, werden unter den Fingern des Künstlers zu Miniaturen der dinglichen Weltwahrnehmung.
In ihrer Oberflächen- wie Binnenstruktur sind sie von handschmeichelnder Glätte, kaum widerständig. Sie geben dem Messer im groben wie im feinen Schnitt nach, - wenngleich dies nicht die an sie gestellte Anforderung war - ohne dass man Gefahr läuft, das Gesamte zu brechen. Sie lassen grobe Formungen ebenso zu wie filigran feine, zerbrechlich wirkende Gestaltungen.

Was Thomas Heger da seit 4 Jahren aus Seifen herausschält, ist eine dreidimensionale Dingwelt, deren Bezug zur realen Welt sich über die der Seife immanente Beziehung zum Wasser und den mit diesem verbundenen Eigenschaften erschließt. Mit einem Hauch von Ironie und Witz, jener auch Hegers Gemälden und Zeichnungen eigenen Doppeldeutigkeit oder gar Vieldeutigkeit entstehen Waschbecken oder ein Waschbecken für Zwei, das sich als solches lediglich durch zwei im selben Becken liegende Abflüsse zu erkennen gibt. Es entsteht ein Wannenbad, in dem der Badende seine Beine aus Platzmangel imaginär über die Begrenzung hinaus streckt. Man entdeckt noch ein Waschbecken, ein rotes, in dem selbstverständlich eine rote Kernseife liegt. Es entsteht ein quadratisches Schwimmbecken mit Treppe und in gleicher Größe ein Kraftwerk, durch dessen geöffnete Schleusen die Kraft des Wassers und der Seife strömt. Es entsteht ein Badezimmer, fein gekachelt mit opulenter, gefüllter Wanne. Es entsteht ein Jungbrunnen aus Jabon Maja Myrurgia, ausnahmsweise kreisförmig, ein spanischer Jungbrunnen, veredelt durch die Seife selbst. Und es entsteht das Haus am Meer, von dem aus man die anbrandenden Meereswellen zu Gesicht bekommt, deren Gischtkronen den Schaum der Kernseife bei weitem übertreffen.

Es entstehen soap operas, keine Seifenopern, sondern Seifenwerke, die allerdings ihre Geschichten erzählen. Sie erzählen die Geschichten vom Menschen, der aus dem Wasser kommt, nur dank seines Vorhandenseins existieren kann. Sie erzählen die Geschichten von Menschen, die von der ewigen Jugend träumen und dies tagtäglich via diverser Kommunikationsmedien als die einzig wahre Daseinsform vorgegaukelt bekommen – wer will schon alt sein, waschen wir doch einfach die Falten und Runzeln weg. Sie erzählen vom Haus am Meer, einem schönen Traum, zumindest für die meisten. Sie erzählen vom Fluss der Zeit, dem nicht nur die Seifen irgendwann folgen werden, sondern eben auch die Menschen. Sie erzählen von Vielem gleichzeitig, von Wünschen, Hoffnungen, alltäglich Banalem und alltäglich Besonderem, auch von unerreichbaren Dingen.

All diese kleinen Welten sind eingebettet in den Schutz der Seifenstücke, Reservate alltäglicher und nicht alltäglicher Gegebenheiten. Die Vorstellung einer rückführenden Handhabung dieser kleinen Welten in den alltäglichen Gebrauch trägt die Vorstellung von deren Vergänglichkeit in sich. Auch hier ist im Werk von Thomas Heger trotz dinglicher Bestimmtheit alles offen.

Otto Pannwitz, Leiter der Städtischen Galerie Sindelfingen

Anmerkungen

1) Interview. Berthold Naumann und Thomas Heger am 14. Januar 2000 in Stuttgart. Veröffentlicht auf: www.galerie-naumann.de/kuenstler/heger/
2) Vgl. Franz Xaver Schlegel, Thomas Heger. In: Thomas Heger, Köln, Stuttgart, 2003, n.p., S. 3

 


 

Von Flächen und Gläsern, Passanten und Landschaften -
Thomas Hegers Malerei zwischen Abstraktion und Abbildung


Will man die aktuellen Bilder Thomas Hegers, die in diesem Katalog erstmals dokumentiert werden, angemessen verstehen, ist es hilfreich, sie im Kontext der bisherigen Entwicklung seines malerischen Werks zu betrachten. Dabei lässt sich der vorliegende Text von der These leiten, dass der Künstler vor etwa 15 Jahren die Grundlagen für sein aktuelles Schaffen legte, in dem er das Spannungsverhältnis zwischen Abstraktion und Abbildung ins Zentrum seiner künstlerischen Arbeit rückte. Mit dem Begriff Abstraktion ist in diesem Text nicht die ursprüngliche Bedeutung dieses Worts - im Sinne des künstlerischen Abstrahierens (dt. = abziehen) von der äußeren Realität - gemeint, sondern in dessen landläufige Deutung als Gestaltung eines Bildes mit den autonomen Bildmitteln selbst, also mit farbigen Linien, Flächenformen und Rasterstrukturen. Der Begriff Abbildung bezeichnet dementsprechend den Gegenpol zu den autonomen Bildmitteln, also die Wiedergabe gegenständlicher Motive im Bild in Form gezeichneter oder gemalter Gegenstände, Räume oder Menschen.

Frühe Bilder

Schon die frühen eigenständigen Bilder des Künstlers, die um 1994 entstehen, zeichnen sich durch das Nebeneinander von autonomen und gegenständlichen Bildelementen aus. Als gegenständliche Motive werden stereometrisch gezeichnete Körper wie Quader oder Kegel, aber auch Architektur-Elemente wie Säulen, Säulengänge oder plastische Fensterfronten verwendet, die reizvoll mit reinen Flächenformen kontrastieren. Außerdem zeichnen sich diese frühen Raumbilder durch die Intensität ihre Farbflächen und entschiedene kompositorische Setzungen aus. In diesen Bildern kündigt sich zudem ein Kompositionsprinzip an, das Thomas Heger ab 1997 häufig verwenden wird: Es sind Rasterstrukturen, die sich gleichmäßig über die gesamte Bildfläche ziehen. Sie sind inspiriert vom All-Over der amerikanischen Farbfeldmalerei, die zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das klassisch-europäische Kompositionsprinzip der Schwerpunktsetzung in Frage stellte. So verbinden also schon diese frühen Bilder räumlich-architektonische Motive mit rein flächigen Bildelementen und damit Gegenständlichkeit mit reinen Bildmitteln wie Linie, Fläche und Struktur. (Vgl. Abb: Bauwerk II, 1995, Kat. 1997)

Raster und Gläser

Auf der Basis autonomer Rasterstrukturen beginnt Thomas Heger 1997 Alltagsgegenstände wie Trinkgläser oder Kristallvasen an die Stelle der Architekturmotive zu setzen, die nach kurzer Zeit ganz aus seinen Bildern verschwinden. Auf die Raumbilder der frühen Jahre folgen nun also reine Stillleben. Auch deren Wirkung beruht wesentlich auf dem Spannungsverhältnis zwischen Abstraktion und Abbildung, also auf der Differenz zwischen reinen Farbformen und Rastern einerseits und räumlichen Gegenstandsabbildungen andererseits. Da die in Umrisszeichnungen dargestellten Gegenstände – Gläser, Karaffen und Kristallvasen – selbst durchsichtiges und zerbrechliches Tafelgeschirr sind, verwebt sich deren reale Gegenständlichkeit ideal mit ihrer zeichnerisch-transparenten Darstellung und verbindet sich so überzeugend mit den darunter liegenden flächig-autonomen Bildrastern.
Das Gestaltungspotential dieses Wechselspiels zwischen gezeichneten Gläsern und autonomen Farbrastern erweist sich dabei als so fruchtbar, dass sich der Künstler fast sieben Jahre mit der Erkundung von dessen Ausdrucks- und Darstellungsmöglichkeiten beschäftigt. Im Laufe der Zeit zeigt sich dabei, dass die Darstellungsmodi der einzelnen Bilder ebenfalls zwischen den Polen Abstraktion und Abbildung schwanken: Einerseits malt Thomas Heger Bilder, deren Raster er so anlegt, dass sie an bunt gewebte Tischdecken erinnern und damit das gesamte Bild gegenständlich wirkt; andererseits schafft er Werke, die den autonomen Charakter der Raster bewahren, wodurch die Gläser in diesen Bildern wie Fremdkörper wirken. (Vgl. Abb. Licht, 2000, Kat. 2000)

Von Flächen und Strukturen, Gläsern und Menschen

Erst im Jahre 2004 fügt Thomas Heger seinem bisherigen Repertoire an abstrakten Formen und gegenständlichen Motiven ein neues Motiv hinzu. Im Grunde genommen handelt es sich wie bei den Gläsern und Rastern um ein neues Bildelement: Es ist die Darstellung von menschlichen Figuren in der Gestalt von Passanten in Alltagskleidung, die nun durch seine abstrakten Bildräume gehen. Da er diese Figuren in Farbigkeit und Form absolut abbildrealistisch wiedergibt, kann er das Spannungsverhältnis zwischen Abstraktion und Abbildlichkeit noch weiter steigern. Nun stehen nicht mehr die gezeichneten Gläser für die gegenständliche Welt, sondern fotorealistisch gemalte Passanten. Dementsprechend rutschen die Gläser im Spannungsfeld zwischen Abbildhaftigkeit und Abstraktion in einer Art Mittelposition zwischen den Figuren einerseits und den autonomen Bildmitteln andererseits.
Diese neue Stellung der Glasformen zeigt sich auch in den Bildräumen, welche die drei Bildelemente – Flächen, Gläser und Menschen - jeweils evozieren. Bei den autonomen Farbformen bleibt der Bildraum weiterhin flächig, wobei sie – wie bisher - die Gesamtfläche des Bildes farblich strukturieren. Den stärksten Kontrast zu ihnen bilden nun die menschlichen Figuren, die sich von den Farbflächen abheben und sich in einem eigenen, tiefenräumlich strukturierten Bildraum bewegen. Zwischen diesen beiden Bildelementen vermitteln die Gläser, die ihren eigenen Bildraum aufspannen. Er wird definiert durch die Sicht von schräg oben und durch ihre Transparenz, welche die darunter liegenden Farbflächen nicht verdeckt. Im Vergleich zum Bildraum der Passanten wirkt der Bildraum der Gläser jedoch wie eine schmale Raumbühne, die zwischen starker Tiefenräumlichkeit einerseits und reiner Flächigkeit andererseits vermittelt. Ein Phänomen, das in jenen Bildern besonders deutlich wird, in denen die Passanten - wie etwa in Orte – kreuz und quer über die Bildfläche laufen und so die Tiefe des Bildraums in alle Richtungen erweitern. (Vgl. Abb. Orte 2008)
Die Einführung der fotorealistisch wiedergegebenen Passanten in Thomas Hegers Bilderwelt ist jedoch nicht unproblematisch, weil die enge formale Verwandtschaft zwischen der zeichnerisch erzeugten Räumlichkeit der Gläser und der sie umgebenen und hinterfangenden autonomen Flächenformen wird von den Figuren geradezu brachial durchbrochen. Denn die Figuren erfordern jene traditionelle Bildwahrnehmung, die das Bild als Abbild der äußeren Realität begreift und damit den beiden anderen Bildelementen diametral gegenüber steht. Die fotorealistisch wiedergegebenen Passanten beschwören somit die Gefahr herauf, dass sie sich im Bild mit den autonomen Flächen und leicht abbildhaften Gläsern nicht zu einer formal überzeugenden Einheit verbinden.
Dieser Gefahr begegnet Thomas Heger jedoch mit zwei geradezu genialen Kunstgriffen: Erstens nimmt er den Figuren einen Teil ihrer überwältigenden Bildkraft, indem er sie im Vergleich zu den Gläsern und Farbflächen sehr viel kleiner wiedergibt. Eine Vorgehensweise, die besonders in den kleinformatigen Bildern deutlich wird. Denn hier stellt Thomas Heger das Gleichgewicht zwischen den drei Bildelementen dadurch her, dass er jeweils zwei bis drei kleine Passanten und ebenso viele Flächenformen mit nur einer großen Glasform kombiniert. In den größeren Bildern behält er diese Gewichtung bei und ergänzt sie noch durch das abstrakte Kompositionsprinzip des All-Over. (Vgl. Abb. Fern von China 1, 2008) In einigen Bildern versucht er die Passanten sogar noch stärker den autonomen Bildelementen anzupassen, indem er die Figuren nicht farbgetreu wiedergibt, sondern sie in einem monochromen Farbton malt.

Von Menschen und Landschaften

Wie stark sich die Verwendung von Abbildern realer Menschen auf Thomas Hegers Bilderwelt auswirkt, zeigt sich besonders in den kleinformatigen Werken der letzten beiden Jahre. Sie tragen Titel wie Unterwegs, Weites Feld, Landschaft, Englische Gärten oder Ballspieler und zeigen Menschen in der freien Natur. Diese besteht aus Wiesen und Feldern, Büschen und Baumgruppen, die zwar nicht ganz so detailrealistisch wie die Figuren gemalt sind, aber dennoch eindeutig identifiziert werden können. In diesen Bildern hat die abbildhafte Darstellungsweise der Figuren offenkundig die gesamte Bildfläche erobert. In ihnen ist aus dem einst autonomen Bildraum ein abbildhafter Landschaftsraum geworden.
Mit den jüngsten Bildern verschiebt Thomas Heger das Wechselspiel von Abstraktion und Abbildung also noch weiter in Richtung Abbildhaftigkeit. Dennoch kehrt er damit nicht vollkommen zur traditionellen, vor-modernen Bildauffassung zurück, die das Bild als Abbild der äußeren Realität begreift. Dies zeigt sich schon in der Art und Weise, wie er seine Landschaftshintergründe malt. Denn die großzügigen und gleichzeitig lockeren Pinselzüge bewahren die Geste des Malakts, der als Farbauftrag auf eine Fläche tendenziell ein nicht-abbildhafter Gestaltungsakt ist, vergleichbar mit dem Anstreichen einer Fläche. Diese besondere Art des Farbauftrags wird hauptsächlich in jenen Bildern spürbar, wo die Wiesen als reine Farbflächen gestaltet sind und von einer gegenständlich kaum begründeten All-Over-Struktur dominiert werden, wie dies etwa in der Frühblüher-Serie zu beobachten ist. (Vgl. Abb: Frühblüher1, 2005 )
Die Autonomie der Farbflächen betont der Maler darüber hinaus durch die Verwendung außergewöhnlicher Bildformate. Hierzu zählen die friesartigen Querformate, die um ein Mehrfaches länger als hoch sind, wie etwa in der Mond-Serie (vgl. Abb. Mond 5, 2007) und natürlich die Tondi, also die Rundbilder im Kreisscheibenformat (vgl. Abb. Nächtliches Spiel 1, 2008). Gerade in den Tondi ordnet Thomas Heger die abbildlichen Landschaftselemente Erde und Himmel der Kreisform radikal unter, indem er die Erde als grünes Farbband gestaltet, das den blauen Himmel im Bildzentrum umrahmt. Offensichtlich geben diese Bilder nicht die äußere Realität wieder, sondern spielen mit der Spannung zwischen dem außergewöhnlichen Kreisformat und dem landschaftlichen Motiv. Auch hier geht es also letztlich um das spannungsvolle Verhältnis von abstrakter Form und Abbildung.
Welches Potential diese neue Relation zwischen Abstraktion und Abbildung hat, wird die künftige Arbeit des Künstlers erst noch zeigen müssen. Doch schon heute lässt sich im Rückblick auf sein bisheriges Werk feststellen, dass die gestalterischen Möglichkeiten dieses Spannungsverhältnisses riesig sind. Gerade im Hinblick auf das neue Gewichtsverhältnis zwischen Abstraktion und Abbildung dürften deshalb wohl auch in Zukunft noch viele neue Bilderfindungen zu erwarten sein.

Dr. René Hirner
Kunstmuseum Heidenheim

Der Text erschien im Katalog „Lichtläufer“ anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstmuseum Heidenheim 2009.

 


 

Text zur Vorankündigung der Ausstellung „Vorgestellte Wirklichkeit“ in der KSK Echterdingen

Er hat sie alle drauf, die technischen Möglichkeiten der Malerei, von der minutiösen Gegenständlichkeit über die auf das Wesenhafte konzentrierte Abstraktion bis zur absoluten Gegenstandslosigkeit mit ihrem freien Spiel von Farben und Formen.
Der Stuttgarter Maler Thomas Heger. Aber er beherrscht diese Methoden nicht nur, er kombiniert sie auch mit großer Souveränität auf seinen Gemälden.
In seinen Bildern schafft Thomas Heger absonderliche Welten aus abstrakten Farbräumen und fiktive Landschaften, in denen geometrische Formen, Umrisse monumentaler Gefäße aber auch gegenständliche Fragmente, etwa Architekturen oder Blumen auftauchen können. Die Gesetzte von Dimensionalität und Schwerkraft sind in diesen raffinierten, artifiziellen Bildräumen außer Kraft gesetzt. Doch wie zum Trotz lässt Heger in dieser Kunstwelt ohne Rand und Band kleine Menschlein auftreten: Sie wirken wie Touristen in einer fernen Realität, in denen die Freiheit der Kunst endgültig die Macht übernommen hat.
Auch wenn Heger in seiner Malerei alle Register zieht, bleiben seine Werke doch stets in einem ausgewogenen Gleichgewicht. Keine der gestalterischen Kräfte nimmt überhand. Der Mann weiß offensichtlich sehr gut, was er tut.
So ist es kein Wunder, dass Thomas Heger seit vielen Jahren ein gefragter Lehrer ist. Er hatte eine Professur an der Hochschule für Kunst und Design Halle, Burg Giebichenstein inne und lehrt bis heute an wichtigen Ausbildungsstätten in Baden-Württemberg. Die Liste seiner Preise und Auszeichnungen ist lang ebenso die Reihe seiner Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. So ist es uns eine Freude mit unserer Ausstellung in Echterdingen diese Erfolgsgeschichte weiterführen zu dürfen.

Dr. Tobias Wall

 


 
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